Außenpolitik der USA

Britisch-amerikanische Beziehungskrise?

Der Newsweek Journalist Stryker McGuire muss sich in der vergangen Woche ordentlich auf die eigene Schulter geklopft haben – vor nur wenigen Wochen veröffentlichte er einen Artikel, in dem er das Ende der “besonderen Beziehung” zwischen Großbritannien und den USA prophezeiht hat, und jetzt nach dem US-Besuch des britischen Premierministers Gordon Brown haben sich tatsächlich die ersten Risse in den transatlantischen Beziehungen aufgetan. Zumindest wenn man der britischen Presse glauben darf

Die zeigte sich nämlich geradezu hysterisch ob der Tatsache, dass die von Downing Street schon angekündigte gemeinsame Pressekonferenz von Obama und Brown dann doch nicht stattfinden sollte. Und um die Sache noch schlimmer zu machen, hat Robert Gibbs in der Pressekonferenz das britisch-amerikanische Bündnis als “Partnerschaft” bezeichnet, statt, wie im britischen Sprachgebrauch üblich, als “Beziehung”.

Über Obamas Motive hier kann man nur spekulieren. Und die britische Presse tut bekanntlich nichts lieber als das. Besonders in den Blogs der halbseriösen rechts-konservativen Daily Telegraph scheint dieses Thema nach wie vor an der Tagesordnung zu sein. Da werden die bizarrsten Theorien in den Raum geworfen, zum Beispiel, dass Michelle Obamas Hass auf die weißen Briten schuld sei (natürlich völlig ohne Belege). Das Weiße Haus selbst gibt an, dass Obama müde gewesen sei, was als Grund jetzt auch nicht wirklich sehr überzeugend ist. (weiterlesen…)

Obamas Afghanistanstrategie

Schon während des Wahlkampfes bekam Afghanistan eine neue Bedeutung, indem, vor allem von demokratischer Seite, dieser Krieg als eigentlicher Krieg gegen den Terrorismus und bin Laden gesehen wurde und somit eine Abgrenzung zum Irakkrieg verdeutlicht werden konnte.

Im Zuge der Transition lassen sich nun erste Schwerpunkte sehen, ohne dass jedoch die eigentliche Strategie und ihre Umsetzbarkeit breit diskutiert würden, da sie noch “unverbindlich” stattfinden. Es wird oft betont, dass der Erfolg des Irak-’surge’ es Obama möglich macht, bis zu 3 Brigaden nach Afghanistan zu verlegen, wobei allerdings, meiner Meinung nach, übersehen wird, dass die Diskussion um die stop-loss-policy (also die unfreiwillige Verlängerung der Dienstzeit), mit der die Truppenstärke im Irak künstlich hochgehalten wird, wiederkehren wird und für Obama einige Probleme bereiten könnte.

Eine weitere Entwicklung ist die Pakistans, ein Streitthema, vor allem im Vorwahlkampf, da Obama davon sprach, bei Kenntniss von bin Ladens Aufenthaltsort in Pakistan diesen bombardieren lassen würde, wenn Pakistan dies nicht könne oder wolle. Die USA hat, durch den Abgang Pervez Musharrafs, zwar einen treuen Verbündeten verloren, aber, mit Asif Ali Zardari, jemanden als Ansprechpartner gewonnen, der wohl noch abhängiger von der Hilfe der USA ist, vor allem um die Armee und den Geheimdienst ISI, über die er weniger Kontrolle als Musharraf haben dürfte, in Schach zu halten.

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