Einleitende Worte

Mit den USA verbindet uns schon seit Jahren eine große Faszination.

Verschiedenste Mythen ranken sich um das Land, von den Phantasmagorien der Siedlergesellschaft bis hin zu wilden Verschwörungstheorien über den 11. September 2001. Verschiedensten Ideologen bieten die USA eine große Projektionsfläche: von denjenigen, die in der Außenpolitik der heutigen USA nur eine Fortführung des imperialen Projekts sehen, bis hin zu denjenigen, in deren Weltsicht die USA der wahre Repräsentant der westlichen Welt ist, der als Motor des Friedens und des Fortschritts agiert. Es gibt auf der einen Seite diejenigen, die mit den USA nur die fatalen Folgen der Kolonisierung Nordamerikas, das Unrecht der Sklaverei und die umstrittenen Kriege des späten 20. Jahrhunderts von Vietnam bis Irak verbinden. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die Amerika als den Geburtsort der modernen Demokratie sehen, in dem Fortschritt und Prosperität Hand in Hand gehen, als Schauplatz großer Naturschauspiele oder als Innovator in Bereichen von Wissenschaft bis Bürgerrechten sehen, und vor allem als das Land, das Deutschland von der Schreckensherrschaft des 3. Reiches befreit hat.

Die Vereinigten Staaten polarisieren, oft zu unrecht! Was wir hier immer wieder vor Augen führen wollen, ist dass das Land auch innerlich fragmentiert ist, also gar nicht pauschal von ‘den USA’ gesprochen werden kann. Das Land hat weit mehr Unterschiede zu bieten als so manche plumpe Bush-Basher zugeben möchten, aber ist auch imperfekter als so manche Neokonservative wahrhaben wollen. Es gibt zwar Demokraten und Republikaner, aber daneben gibt es zahllose politische Ausrichtungen, innerhalb, außerhalb und im Zwischenspiel der großen politischen Parteien. Es gibt zwar schwarze und weiße Amerikanerinnen und Amerikaner, aber eben auch eine Vielzahl von regionalen, ethnischen, kulturellen und sexuellen Identäten und Gruppenzugehörigkeiten, an denen eine solch simple Klassifizierung stets zu scheitern droht.

Andererseits gibt es auch das große nationale Projekt, das alle Gruppierungen wieder eint. Um es mit den Worten des neuen Präsidenten Barack Obama zu sagen:

[T]here is not a liberal America and a conservative America — there is the United States of America. There is not a Black America and a White America and Latino America and Asian America — there’s the United States of America.

In Sinne der Anerkennung dieser Komplexität wollen wir dieses Blog führen. Da wir es niemals alleine hinbekommen können, die verschiedenen Aspekte amerikanischen Lebens auch nur in annähernd ausreichendem Maße zu erfassen, sind wir auf deine Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jeden Kommentar, jede Anregung und jede Email. Außerdem suchen wir immer nette neue Leute, die mitbloggen, damit dieser Blog noch vielfältiger und interessanter werden kann.