Gesellschaft der USA

Freiheit vs. Schutz

Missouri’s Entscheidung die Helmpflicht für Motorradfahrer größtenteils abzuschaffen (nur noch auf Autobahnen (Interstates) und für Fahrer unter 21), zeigt wie verschieden die Akzeptanz staatlicher Vormundschaft zwischen den USA und Deutschland (Europa) ist und sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat (1975 hatten 47 Staaten generelle Helmpflicht, heute nur noch 20).

Für einen Deutschen ist es wohl auch unverständlich, warum es keine einheitliche Gurtpflicht für alle Plätze des Autos gibt, sondern einzelne Staaten sehr unterschiedliche Gesetzte haben. In New Jersey besteht z.B. für 8-17 jährige Gurtpflicht auf allen Plätzen des Autos, ab 18 darf man dann hinten ohne Gurt sitzen (wie in vielen Staaten); in Georgia müssen Erwachsene hinten ebenfalls keinen Gurt tragen, vorne schon, außer sie fahren einen Pick-Up.

Interessant hierbei, vor allem für Politikbeobachter, ist die Haltung von Floridas Gov. Charlie Crist, der als liberaler Republikaner gilt, vor kurzem aber ein strengeres Gesetzt zur Einhaltung der Gurtpflicht (nun kann die Polizei auch ein Auto anhalten und eine Strafe aussprechen, wenn nur gegen die Gurtpflicht verstoßen wurde / primary law) unterzeichnet und mit folgendem Satz verteidigt hat:

”This bill will save lives. That’s really what’s important,” Crist said. “The most important function of government is to protect.”

ein Satz, den man bei Republikanern sehr oft nur im Zusammenhang mit dem Militär lesen kann..

Natürlich sollte man bei der Thematik nicht den Blick in den Spiegel vergessen, denn ob die rekordverdächtige Anschnallquote von 94% (Vordersitze) und 90% (Rücksitze) (zum Vergleich: F: 97/68, UK: 93/83, Port: 88/25; alle Zahlen aus der ETSC Statistik von 2006) aus einem höheren Sicherheitsbewusstsein oder Obrigkeitshörigkeit zustande kommt ist die Frage

Happy Holidays…

… wünschen euch Thomas und Daniel von USA Blogger. Zum Fest ein passendes Video:

Keine Sorge, dabei handelt es sich um Satire. Nicht unbedingt seitens des Sängers Toby Keith, der das durchaus ernst meinen könnte, hat er uns doch auch schon die faszinierende Line “We’ll put a boot in your ass, it’s the American way” beschert. Aber die Sendung, in der das Lied performt wurde, hat eine klar parodistische Grundhaltung, was man auch an den visuellen Gegenüberstellungen im Clip sehen kann.

Satire oder nicht, auf der amerikanischen Rechten macht sich wie jedes Jahr die Wahnvorstellung eines Krieges gegen Weihnachten breit. Der Vorwurf eines sekulären Angriffes auf das Weihnachtsfest durch liberale Bürgerrechtsorganisationen wie die ACLU gehört zum alljährlichen Standardrepertoire des Fox News Prime-Time Demagogen Bill O’Reilly und ist schon zu einer Festtagstradition wie Egg Nog und Truthahn geworden.

O’Reilly sieht in der Weigerung verschiedener Ketten ihren Kunden “Frohe Weihnachten” zu wünschen, eine liberale Verschwörung, die viel weitreichender ist als die meisten glauben. (weiterlesen…)

Adolf Hitler Campbell ohne Geburtstagskuchen

Dem armen 3-jährigen Adolf Hitler Campbell aus New Jersey wurde der Geburtstag am Sonntag nun ordentlich vermiest. Die Kette ShopRite in Greenwich hat ihm nämlich eine mit seinem Namen beschriftete Geburtstagstorte verweigert. Die Eltern verstehen die Welt nicht mehr, schließlich haben sie ja auch nicht, wie in früheren Jahren, auf ein Hakenkreuz bestanden! Ob jetzt auch seine beiden Schwestern, JoyceLynn Aryan Nation Campbell (1) und Honszlynn Hinler Jeannie Campbell (8 Monate), deren Geburtstage bald anstehen, ähnlich diskriminiert werden?

Wer sich jetzt fragt, warum das so ein Skandal ist, muss wohl zu den 25% Prozent gehören, denen der Name Adolf Hitler nichts sagt.

Ich weiß bei solchen Geschichten selbst nie, ob ich erschrocken oder belustigt sein soll. Das hat aber stark mit den paralellen Rezeptionen der Person Hitler im amerikanischen Kontext zu tun. Auf der einen Seite wird Hitler in der Populärkultur derart häufig referiert und in der Diskussionskultur missbraucht, dass seine Aura dort in einer Weise gebrochen ist, wie das hierzulande undenkbar wäre. (weiterlesen…)