Jon Huntsman Jr.

In anderen Zeiten wäre Jon Huntsman sicherlich einer der ernstzunehmenden Kandidaten in einer Vorwahl zur Präsidentschaftswahl. Seine Biographie und vor allem sein politischer Werdegang kann sich sehen lassen: Er ist immer noch in erster Ehe verheiratet, hat fünf Kinder, zwei davon adoptiert (ein chinesisches und ein indisches Mädchen), begann seine politische Karriere unter Ronald Reagan und arbeitete seidem unter allen republikanischen Präsidenten in verschiedenen Rollen, meist jedoch mit Verbindung zu Asien, da er seit einem längeren Missionarsaufenthalt in Taiwan fließend Mandarin sowie Taiwan-Chinesisch spricht. Zuletzt war er als Botschafter in Beijing, ernannt vom jetzigen Präsidenten Obama. Durch seine, auch von Kritikern bestätigte, gute Arbeit als Gouverneur von Utah (2005-2009) hat er ebenfalls eine gute Ausgangsposition, schließlich kamen auch Reagan, Clinton und W.Bush von dieser Position auf den Präsidentenstuhl.

Wieso Huntsman trotzdem eher eine Nebenrolle spielt hängt von mehreren Faktoren ab. Zwar gilt Huntsman gemeinhin als fiskalkonservativ, doch in einem Wahlkampf in dem vor allem die Tea Party auf eine uneingeschränkt konservative Einstellung der Kandidaten pocht, hat Huntsman er schwer, da er seine Gesundheitsreform in Utah, seine Akzeptanz des menschlichen Einflusses auf den Klimawandel, seine Unterstützung eingetragener Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare sowie seine Verbindung zu Obama (als Botschafter unter Obama ist er schliesslich mit diesem verbunden) verteidigen muss. Ob darüber hinaus seine Religion ( er ist, wie Mitt Romney, Mormone ) oder die Rolle seines Vaters ( ein angesehener Industrieller, der zu den reichsten der USA gehört, allerdings viel von seinem Vermögen gespendet hat )
Das neben diesen Problemen auch Probleme innerhalb des Wahlkapfteams von Huntsman eine Rolle spielen, zeigen die Berichte ehemaliger Mitarbeiter, die Politico sehr gut in einem Artikel durchleuchtet.

Fazit: Die zwei Mormonen im Rennen werden sich wohl am härtesten bekämpfen (müssen), jedoch nicht wegen ihrer Religion, sondern wegen anderen Ähnlichkeiten. Beide haben von Haus aus Geld, waren Gouverneure und haben als solche relativ liberale Positionen vertreten. In jedem anderen republikanischen Vorwahlkampf wären sie diejenigen die zu Schlagen wären, durch die Rolle der Tea Party werden sie sich allerdings beweisen und während des Vorwahlkampfes nach rechts rücken müssen.

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