Mitt Romney

Der schon im letzten Vorwahlkampf angetretene Republikaner, der damals trotz erster Erfolge (dem zweiten Platz in der Vorwahl von Iowa und New Hampshire und Siegen in Wyoming, Nevada und Michigan sowie einigen Siegen beim Super Tuesday) Senator John McCain in einem hart geführten Wahlkampf den Vortritt lassen musste, versucht sich 2012 wieder daran von seiner republikanischen Partei als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden.

Was wichtig ist oder werden kann:

Mitt Romney hat vor allem das Problem, dass seine Erfolge von seinen Gegnern, besonders in der republikanischen Partei Gründe für seine Ablehnung sind.

Seine starke Religiösität ist eigentlich ein Pluspunkt, allerdings ist er Mormone. Ob seine Religion wirklich ein Hindernis für Wähler wäre, ist umstritten, bei zwei Umfragen 2007 (1, 2) hatte Romney sehr hohe Ablehnungswerte auch unter Republikanern, wobei in den Umfragen allerdings nicht näher auf seine Religion eingegangen wurde (allgemeiner fragte das Pew Research Center 2001 ob die Befragten es befürworten würden, dass Mormonische Organisationen Staatsgelder für Hilfsprojekte beantragen dürfen sollten; bei Mormonen gab es 51% Zustimmung, allerdings auch 41% Ablehnung).

Seine Rolle als Gouverneur wird vor allem dadurch belastet, dass er eine Gesundheitsreform verabschiedet hat, was vielen Republikanern, besonders den Anhängern der Tea Party ein Dorn im Auge ist (von einigen Konkurrenten wurde „Romney-Care“ auch mit „Obama-Care“ gleichgesetzt). Des weiteren musste er, auf Grund eines Gerichtsbeschlusses, eingetragene Lebenspartnerschaften erlauben und hatte generell eine sehr liberale Position, die wohl der Liberalität des Staates Massachussetts geschuldet ist (so warb er im Wahlkampf um den Gouverneursposten mit seiner Unterstützung für Roe v Wade, also für Abtreibung)

Zuletzt ist seine Rolle in der Wirtschaft umstritten, da er u.a. Chef eines Hedge-Fonds (Bain-Capital) der wohl hierzulande als Heuschrecke tituliert werden würde war. Innerhalb der republikanischen Partei sind seine Management Erfahrung, der Aufbau einer großen Firma und sein persönlicher Reichtum ( er wird auf etwa $250 Mio geschätzt ) eher etwas positives, in der Auseinandersetzung mit den Demokraten könnte es allerdings wiesder zur Sprache kommen.

Fazit: Er könnte eine Art Kompromisskandidat sein, oder er profitiert davon, dass sich die Stimmen der Tea Party Anhänger auf mehrere Kandidaten verteilen. Sein größtes Problem ist wohl , dass er eher ein Mitte-Rechts Kandidat ist und damit nicht der Stimmung in der republikanischen Partei entspricht. Sein persönliches Vermögen dürfte ihm jedoch auch diesmal die Chance geben über die ersten Vorwahlkämpfe in Iowa und New Hampshire hinaus ein ernstzunehmender Kandidat zu sein.

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