Rick Perry

Rick Perrys Entwicklung als republikanischer Kandidat ist rasant, allerdings nach unten. Er begann als Überraschungskandidat und sollte der Kandidat der Tea Party werden, der den bei ihnen so ungeliebten Mitt Romney gefährlich werden könnte. Nach den ersten vier Debatten ist davon allerdings nur noch wenig zu sehen. Er präsentierte sich, gelinde gesagt, nicht gut, wirkte fahrig, teils schläfrig und konnte Mitt Romney nie die Favoritenrolle streitig machen. Gleichzeitig musste er sich gegen die anderen Kandidaten behaupten, vor allem die, die ihm die Rolle des Tea-Party Kandidaten streitig machen wollen, also Herman Cain, Michelle Bachmann und Rick Santorum. Vor allem Cain profitierte von der Schwäche Rick Perrys und konnte sich in einigen Testabstimmungen ( z B. Florida Straw Poll )  auf Kosten von Rick Perry verbessern.

Perry, der am Anfamng seiner Karriere ein Demokrat war, wechselte zu den Republikanern und begann eine steile Karriere, die ihn bis zum Gouverneusposten von Texas  brachte. Als Nachfolger von George W. Bush führte er den Staat bis heute. Seine Erfolge in dem Staat wirken beachtlich, sei es die niedrige Arbeitslosigkeit oder das hohe Wirtschaftswachstum. Allerdings wird, besonders von Mitt Romney, oft die besondere Situation von Texas hervorgehoben, denn durch seine Ölförderung sind die Einnahmen deutlich höher als in anderen Staaten, die right-to-work Gesetze (zur Verhinderung von Gewerkschaften) sorgen für einen Zuzug von Firmen.

Allerdings entstanden die meisten Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor und Kürzungen im Budget gingen vor allem auf Kosten der Bildung (obwohl Texas hier bereits zu den schlechtesten Staaten gehört, was die Testresultate und Abbrecherquote angeht).

Interessanterweise sind es nicht diese Fakten die ihn am meisten in Bedrängnis bringen. Mit seiner Position, dass Kinder illegaler Einwanderer staatliche Hilfen beim Collegebesuch in Anspruch nehmen dürfen und seiner Verteidigung bei einer Debatte, dass jedes andere Verhalten herzlos sei, hat ihn besonders bei den Anhängern der Tea-Party Zustimmung gekostet, ähnlich wie seine Aussage ,dass es sinnlos  wäre  einen Grenzzaun (zu Mexiko) zu bauen. Ein weiteres Problem für ihn stellt seine Entscheidung dar, junge Mädchen in Texas zwangsweise gegen HPV (eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit ) impfen zu lassen ( das Vorhaben wurde später durch die Legislative abgeschwächt ). Dass ein einger Freund und Berater gleichzeitig für Merck, den Hersteller des Impfstoffes arbeitete, kommt noch dazu.

Fazit:
Obwohl Rick Perry angreifbar ist und seine Debattenauftritte schwach waren hat er dennnoch genug Geld gesammelt um länger im Rennen zu bleiben. Sollten die ersten Konkurrenten um die Gunst der Tea Party aufhören oder ihrerseits genauer betrachtet werden, könnten seine Chancen wieder steigen, denn nur wenige der rechten Republikaner sind zufrieden mit Mitt Romney und könnten auf Rick Perry setzen, obwohl seine Chancen gegen Obama äusserst gering sein dürften. Entscheiden könnte die Reihenfolge der Vorwahlen sein, denn der Süden steht immer noch zu Rick Perry.

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