Ron Paul

Der libertäre Ron Paul tritt in diesem Jahr, wie schon im Jahr 2008, wieder bei der republikanischen Vorwahl an. Er hat eine engagierte, aber kleine, Anhängerschaft und ist mit seinem Wunsch nach einem “Nachtwächterstaat” selbst in der republikanischen Partei ein Außenseiter. 1988 ist er noch als Kandidat der Libertären Partei angetreten, die ihm inhaltlich sicherlich näher steht als die Republikaner, doch die Chancen über eine dritte Partei in ein hohes Staatsamt zu gelangen sind in den USA traditionell schlecht bis nicht vorhanden. Seine konsequente Linie sorgt für Begeisterung bei seiner Anhängerschaft, da er tatsächlich ein theoretisches Konzept hat von dem sich seine Einstellungen ableiten lassen.

So möchte er, dass sich der Föderalstaates aus möglichst vielen Bereichen zurückzieht und diese den Staaten bzw dem Markt überlassen. So ist die Sozialversicherung für ihn eine Angelegenheit der Bundesstaaten, ebenso wie Erziehung und Schule. Des Weiteren ist er ein Verfechter des Goldstandards und damit vehementer Gegner der FED (Zentralbank der USA).  Er ist gegen militärisches Engagement der USA und hat sich auch durch diesen Kurs während der Regierung Bush bei Republikanern, denen diese Rolle der USA zu weit geht, beliebt gemacht (Allerdings beim republikanischen Establishment auch sehr unbeliebt). Bei den Debatten scheut er nicht davor zurück die Kriege der USA für deren Unbeliebtheit verantwortlich zu machen, obwohl er damit bei den Anhängern der Republikaner nicht nur Untertstützer hat. Seine Positionen zum Austritt aus UNO und NATO sowie Abschaffung der FED macht ihn in einem Präsidentschaftswahlkampf für die meisten Amerikaner unwählbar, doch gerade wegen seiner stringenten konservativen und libertären Haltung hat er, wie erwähnt, eine engagierte Fanbasis.

Insgesamt ist es schwer Ron Paul in den traditionellen amerikanischen Kategorien zu messen. Zwar ist er näher an den Republikanern als an den Demokraten, doch er bleibt seiner Überzeugung treu und stimmte so z.B. gegen den Irakkrieg und den Patriot Act (der die Befugnisse staatlicher Überwachung ausweitete).
Grundlage aller Entscheidungen ist für ihn die Verfassung der USA, die nach seiner Meinung zu weit, vor allem zugunsten des Föderalstaates, ausgelegt wurde

Fazit:
Ron Paul wird die Rolle des Außenseiters im Vorwahlkampf einnehmen, seine Chancen sind zwar fast gleich Null, durch seine engagierten Unterstützer wird er allerdings einer der letzten Kandidaten sein, die aus dem Rennen aussteigen und jede Woche die er im Rennen bleibt ist für ihn ein Gewinn.

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