Obamas erste Tage

Die Inauguration ist vorbei, Obama ist Präsident (sogar doppelt abgesichert) und erbt von George W. Bush eine satte Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses (nur Franken fehlt ja noch).

Doch Obama bekommt mit der Präsidentschaft ebenso die von Bush stetig erweiterte Machtfülle, die die Exekutive inzwischen über Legislative und Judikative hat. Der Kongress, allen voran Nancy Pelosi und Harry Reid, versucht beim Bailout zwar bereits wieder an Einfluss und Kontur zu gewinnen; ob er allerdings Privilegien wie executive orders begrenzen wird, ist fraglich.

Barton Gellman hat in der Washington Post in einem sehr lesenswerten Artikel diesen Aspekt näher betrachtet und arbeitet ein paar, meiner Meinung nach, sehr interessante Punkte heraus. Obamas Zustimmungsraten, die erweiterten Befugnisse des Staates (bei Terrorabwehr, internationalen Verträgen etc.), seine grassroots campaign, die ihn unabhängiger macht, um nur einige zu nennen.

Ein Zitat aus diesem Artikel fasst ihn sehr schön zusammen:

“Really, in the last 80 years we’ve seen a gradual, and at times not gradual, concentration of power in the executive office,” said William P. Marshall, who served as deputy White House counsel under Clinton.

Einen anderen witzigen aber doch lesenswerten Artikel der eher auf die Rolle der USA in der Welt anspielt schrieb Michael Rutschky in der taz:

Der Kaiser aus Amerika

Obama ist würdiger Nachfolger Napoleons. Weil der im 19. Jahrhundert scheiterte, befinden wir uns seit 1945 innerhalb des amerikanischen Imperiums. Eine steile These zur Inauguration.

Besonders interessant ist er natürlich für USA Betrachter (und uns Blogger) als Mittel zur Selbstreflexion ;-)

Zu guter letzt noch ein kurzer Artikel aus dem New York Magazine mit dem Titel “The New Ad Campaign: Why Pepsi Loves the President.”

Hier schonmal ein brillantes Zitat:

Looking to appeal to the newest coveted consumer segment, the Millennials, the company started the Pepsi Optimism Project (POP), a survey of Millennials, those born between 1980 and 1990, regarding their views on optimism. Not surprisingly given the name of the project, Pepsi reports that these consumers feel a strong sense of optimism about their careers and the future of the country.

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