Artikel mit dem Tag ‘george bush’

Britisch-amerikanische Beziehungskrise?

Der Newsweek Journalist Stryker McGuire muss sich in der vergangen Woche ordentlich auf die eigene Schulter geklopft haben – vor nur wenigen Wochen veröffentlichte er einen Artikel, in dem er das Ende der “besonderen Beziehung” zwischen Großbritannien und den USA prophezeiht hat, und jetzt nach dem US-Besuch des britischen Premierministers Gordon Brown haben sich tatsächlich die ersten Risse in den transatlantischen Beziehungen aufgetan. Zumindest wenn man der britischen Presse glauben darf

Die zeigte sich nämlich geradezu hysterisch ob der Tatsache, dass die von Downing Street schon angekündigte gemeinsame Pressekonferenz von Obama und Brown dann doch nicht stattfinden sollte. Und um die Sache noch schlimmer zu machen, hat Robert Gibbs in der Pressekonferenz das britisch-amerikanische Bündnis als “Partnerschaft” bezeichnet, statt, wie im britischen Sprachgebrauch üblich, als “Beziehung”.

Über Obamas Motive hier kann man nur spekulieren. Und die britische Presse tut bekanntlich nichts lieber als das. Besonders in den Blogs der halbseriösen rechts-konservativen Daily Telegraph scheint dieses Thema nach wie vor an der Tagesordnung zu sein. Da werden die bizarrsten Theorien in den Raum geworfen, zum Beispiel, dass Michelle Obamas Hass auf die weißen Briten schuld sei (natürlich völlig ohne Belege). Das Weiße Haus selbst gibt an, dass Obama müde gewesen sei, was als Grund jetzt auch nicht wirklich sehr überzeugend ist. (weiterlesen…)

111. US Senat (so gut wie) vollständig

Seit Abgeordnete Kirsten Gillibrand vor zwei Tagen von Governeur Paterson berufen wurde, Hillary Clintons freigewordenen Senatssitz einzunehmen, ist die Zusammensetzung des 111. US Senats nun endgültig klar. Auch wenn der Satiriker Al Franken, der laut Endauszählung mit 225 Stimmen (0,01%) vorne liegt noch nicht offiziell zum Sieger der umkämpften Wahl erklärt werden kann, weil sein Gegenkandidat Norm Coleman ein schlechter Verlierer ist und gegen das Ergebnis Klage eingereicht hat. Coleman sieht seine Niederlage wohl auch inzwischen als fait accompli, denn er hat schon einen Job bei der Republikanisch-Jüdischen Koalition akzeptiert.

Somit wird die Sitzverteilung im neuen US-Senat wie folgt aussehen:

Sitzverteilung im 111. US-Senat - Demokraten: 57 Sitze, Independents: 2 Sitze, Republikaner: 41 Sitze

Das wirkt zuerst einmal wie eine überzeugende Mehrheit – noch überzeugender, wenn man die beiden unabhängigen Senatoren, den Sozialisten Bernie Sanders und den einstigen Vizepräsidentschaftskandidaten und heutigen demokratischen Renegade Joe Lieberman, zum demokratischen Block hinzurechnet.

Es gibt jedoch einige Faktoren, durch die einer reibungslosen Umsetzung der Obama-Agenda im Senat im Wege stehen: (weiterlesen…)

Endlich heißt es ‘Präsident Obama’

Seit gestern ist es endlich auch offiziell: Barack Hussein Obama ist nun der 44. Präsident der Vereinigten Staaten!

Das Kapitol am Vorabend der Inauguration

Das Kapitol am Vorabend der Inauguration - Foto von Burnt Pixel @Flickr

Ich bin recht sicher, dass ihr alle live am Fernseher mit dabei wart, also spare ich mir mal eine Zusammenfassung der Ereignisse. Einige Anmerkungen müssen aber sein:

  • Die Diskussionen gehen natürlich los, ob Obamas Rede in die Geschichte als eine der großen Amtseinführungsreden eingehen wird. Der Konsens hier geht aber eher Richtung nein. Verschiedene Kommentatoren suchen natürlich auch Spuren von Reden vergangener Präsidenten in Obamas Ansprache. So kam ein sehr beeindruckender Teil der Rede aus einer Rede George Washingtons – und es sind auch Parallelen zu Franklin Roosevelts erster Inaugural Address zu erkennen.
  • Beim Amtseid gab es einige kleine Unstimmigkeiten. Zuerst fiel Obama Chief erzkonservativen Justice Roberts, gegen dessen Nominierung er als Senator noch stimmte, ins Wort, als er zu früh mit dem Nachsprechen begann des Eides begann. Sekunden später konnte er sich genüsslich revanchieren: der Oberste Bundesrichter zitierte den Eid falsch aus der Verfassung, und Obama sprach folglich nicht weiter, bis er sich korrigiert hatte. (weiterlesen…)

Schuh-Attentat auf George W. Bush

Noch-Präsident George W. Bush ist heute um ein Haar einem Attentat entkommen – mit einem Schuh!

Was bisher nur ein mittelmäßiger Gag aus Austin Powers war, ist heute Wirklichkeit geworden: ein irakischer Journalist, Muntadhar al-Zaidi, der laut CNN für den in Ägypten angesiedelten Sender al-Baghdadia arbeitet, hat während einer gemeinsamen Pressekonferenz von Bush und dem irakischen Premier al-Maliki mit beiden Schuhen nach dem amerikanischen Präsidenten geworfen, der ihnen nur knapp ausgewichen ist.

Wie Karim El-Gawhary in der taz berichtet, ist ein solcher Schuhwurf im arabischen Kulturraum eine schlimme Beleidigung, wie übrigens auch das Epithet in dem den Schuhwurf begleitenden Ausruf, “Das ist ein Abschied… du Hund!” Bush jedenfalls nahm die Sache mit seiner Art von Humor, und bemerkte, dass es sich ein Schuh der Größe 10 handelte (bzw. für Detailverliebte, Größe 44). (weiterlesen…)