Die ersten drei republikanischen Debatten

Der Vorwahlkampf der Republikaner beginnt eigentlich traditionell im Februar mit Abstimmungen in den Staaten Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina (auch wenn sich der Kalender in diesem Wahlkampf wohl noch nach vorne verschieben wird). Durch die Opposition zu Barack Obama scheint der Wahlkampf aber in diesem Jahr extrem aufgeheizt und ist bereits in vollem Gange.

Die Abstimmungen die schon stattgefunden haben und bis zum Februar noch stattfinden sind sogenannte Straw Polls, Abstimmungen deren Aussagekraft wegen der kleinen Anzahl an Wählern und der oft undurchsichtigen Organisation ( in der bekannten Straw Poll in Ames, Iowa mussten die Kandidaten beispielsweise die Tickets für die Besucher spendieren, was natürlich bedeutet, dass Kandidaten die für diese Abstimmung  weniger Geld in die Hand nahmen meist unterrepräsentiert waren) schwierig einzuschätzen ist.


Da der Vorwahlkampf also in vollen Gängen ist, gibt es auch bereits Debatten der Kandidaten, bisher drei, an denen alle wichtigen Kandidaten und, je nach Debatten, auch einige Außenseiter teilgenommen haben.
Da die Positionen der einzelnen Kandidaten mehr oder minder unverändert blieben war hauptsächlich die Präsentation wichtig.
Überraschend war vor allem der Zweikampf zwischen Mitt Romney und Rick Perry, die als Favoriten gelten, sowie die Attacken von Michelle Bachmann und Rick Santorum, beide mit Auge auf die Tea Party, gegen den momentanen Tea Party Liebling Rick Perry. Dazu kamen relativ unspektakuläre Auftritte von Herman Cain, Newt Gingrich und Jon Huntsman Jr., die, zusammen mit dem noch unbekannteren Gary Johnson, bisher die Rolle der Außenseiter einnehmen.
Große Beachtung, vor allem bei der Presse fand indes das Publikum, die in der ersten Debatte jubelten als Rick Perry als der Gouverneur mit den meisten vollzogenen Todesstrafen genannt wurde; Ausrufe einiger Zuschauer bei der zweiten Debatte, die bei einer Frage was mit jemandem passieren sollte, der unversichert in ein Koma fällt “Let him die” riefen ( Lass ihn sterben) und Buhrufe einiger Zuschauer bei der dritten Debatte gegenüber einem Soldaten der aus dem Irak die Frage nach Truppenabzug stellte, allerdings vorher zugab schwul zu sein.

Das Hauptaugenmerk der Kommentatoren ist jedoch der schlechte Auftritt Rick Perrys. Der Texaner, der nach seiner Ankündigung zu kandidieren über Nacht zum größten Herausforderer Mitt Romneys wurde, wirkte nicht nur fahrig ( besonders in seinen Attacken gegegn Mitt Romney ) und konzeptlos ( als er nach seinem Wirtschaftsplan gefragt wurde, konnte er nur darauf hinweisen, dass sein Plan in Kürze verkündet würde ) sondern musste für seine Politik als Gouverneur, Kindern ehemaliger Einwanderer die Chance auf Erhalt von staatlicher Hilfe für den Collegebesuch zu gewähren, Kritik der anderen Kandidaten, insbesondere Michelle Bachmann, sowie des Publikums einstecken. Seine Verteidigung, dass jeder der nicht so denke herzlos sei, brachte ihm in einer Partei, in der die Positionen zur Immigration vom Verlangen nach einem Grenzzaun und Ausweisung aller illegalen Einwanderer geprägt sind, wenig Zuspruch. Dass er dazu noch einen Grenzzaun ablehnt beschert ihm weitere Probleme, denn die Republikaner haben die Annäherung an die hispanischen Einwanderer, die sozial eher als konservativ gelten und unter Bush noch heftig umworben wurden, zugunsten einer angsgetriebenen Politik aufgegeben.

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